Warum ein Mini‑PC wie der Lenovo M92‑P oder HP EliteDesk 800 heute die bessere Wahl für Retro‑Konsolen ist
Die Retro‑Gaming‑Szene hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Immer mehr Enthusiasten wollen Klassiker von Nintendo 64, PlayStation 2 oder sogar älteren PC‑Titeln wieder zum Leben erwecken – und das nicht nur auf einem einzelnen Emulator, sondern mit einer Performance, die dem Original nahekommt. Während der Raspberry Pi nach wie vor ein beliebtes Einstiegsgerät bleibt, gibt es überzeugende Gründe, stattdessen einen kleinen, aber leistungsstarken Mini‑PC wie den Lenovo M92‑P oder den oder HP EliteDesk 800 zu wählen.
1. Deutlich stärkere Grafikleistung
Der Kernunterschied liegt in der GPU. Der Raspberry Pi (insbesondere die Modelle 3/4) nutzt eine integrierte Broadcom‑Grafikeinheit (Broadcom BCM2711 System-on-a-Chip), die für viele 8‑Bit‑ und 16‑Bit‑Titel völlig ausreichend ist. Für anspruchsvollere Systeme wie den Nintendo 64 oder die PlayStation 2 stößt sie jedoch schnell an ihre Grenzen – die Bildraten fallen, Texturen werden heruntergeregelt und das Spielerlebnis leidet.
Oft ist dann von der Konsolengeneration her bei SNES das Ende der flüssigen Performance erreicht.
Der Lenovo M92‑P hingegen ist mit einer dedizierten Intel‑HD‑Graphics‑GPU (oder je nach Konfiguration sogar einer kleineren AMD‑Grafiklösung) ausgestattet, die wesentlich mehr Shader‑Einheiten und einen höheren Speicher‑Durchsatz bietet. Das bedeutet:
- Flüssige 60 FPS bei N64‑ und PS2‑Emulationen, ohne sichtbare Artefakte.
- Bessere Auflösung – native 1080p‑Ausgabe ist problemlos möglich.
- Unterstützung moderner Emulator‑Features wie Anti‑Aliasing oder höhere Textur‑Qualität.
2. Günstige Beschaffung über Second‑Hand
Mini‑PCs wie der M92‑P sind seit einigen Jahren im Unternehmens‑ und Bildungsbereich im Einsatz. Wenn Unternehmen ihre IT‑Bestände erneuern, landen tausende funktionierende Geräte in der Entsorgung. Viele Firmen geben diese Hardware im Rahmen von „E‑Waste“-Programmen oder über spezialisierte Wiederverkäufer kostenlos oder für wenige Euro ab.
Auf Plattformen wie eBay, Kleinanzeigen oder spezialisierten Refurb‑Shops finden sich häufig komplette PCs zu Preisen zwischen 30 € und 80 €. Im Vergleich dazu kostet ein neuer Raspberry Pi 4 + Zubehör leicht 70 € bis 100 €.
Der Preis‑/Leistungs‑Quotient des Mini‑PCs ist also deutlich besser.
3. Nutzen von ausgemusterten Windows‑11‑Geräten
Mit dem Rollout von Windows 11 haben zahlreiche Unternehmen alte Desktop‑ und Laptop‑Hardware ausgemustert, weil sie nicht mehr den TPM‑ oder Secure‑Boot‑Anforderungen entsprechen. Diese Geräte – meist mit Intel‑Core‑i3/i5‑Prozessoren der 4.‑ bis 7. Generation und integrierten Grafiken – sind exakt das, was Retro‑Emulator‑Setups benötigen: genug CPU‑Leistung für die Emulationsschicht und ausreichend RAM (4–8 GB).
Durch das Recycling dieser Komponenten lässt sich nicht nur Geld sparen, sondern auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Statt neue Elektronik zu produzieren, wird vorhandene, noch funktionsfähige Hardware sinnvoll weitergenutzt.
4. Leiser Betrieb – perfekt fürs Wohnzimmer
Ein häufiger Kritikpunkt an klassischen Desktop‑PCs ist ihr Geräuschpegel. Beim M92‑P kommen jedoch mehrere Faktoren zusammen, die ihn besonders leise machen:
- Kompakte Bauweise mit passiv gekühlten Varianten (nur passive Heatpipes, kein Lüfter) ist möglich.
- Niedrige TDP der eingesetzten CPUs (typisch < 35 W), wodurch wenig Wärme entsteht.
- Optimierte Gehäuse‑Designs aus Metall oder hochwertigem Kunststoff, die Vibrationen dämpfen.
Das Ergebnis: Selbst unter Volllast bleibt das Gerät kaum hörbar – ideal, wenn man im Wohnzimmer spielt, ohne dass ein lauter Lüfter die Atmosphäre stört.
5. Mehrzweck‑Fähigkeiten im Hintergrund
Ein Mini‑PC ist nicht nur ein reiner Emulator. Durch Linux‑Distributionen lassen sich weitere nützliche Dienste parallel nutzen:
| Aufgabe | Nutzen für den Retro‑Setup |
|---|---|
| Media‑Center (Kodi, Plex) | Filme, Musik und Streams direkt vom selben Gerät abspielen |
| Dateiserver / NAS (z.B. Syncthing) | ROM‑Bibliotheken, Screenshots und Saves zentral speichern und von allen Geräten im Netzwerk zugreifen |
| Home‑Automation (Homeassistant) | Steuerung von Beleuchtung, Lautstärke |
| Download‑Manager | Updates, ROM‑Patches oder Firmware‑Updates automatisch herunterladen, während du spielst |
Damit wird das Gerät zu einem echten Allrounder im Home‑Entertainment‑Umfeld, anstatt nur ein einzelnes, dediziertes Gaming-Gadget zu sein.
Fazit
Mini‑PC‑Modelle kombinieren ausreichend leistungsstarke Grafik, geringe Kosten dank Second‑Hand‑Markt, Nachhaltigkeit durch Wiederverwendung ausgemusterter Hardware, flüsterleisen Betrieb und Vielseitigkeit für zusätzliche Aufgaben.
Für alle, die Retro‑Spiele in höchster Qualität genießen wollen – ohne Kompromisse bei Bildrate, Auflösung oder Komfort – stellt ein Mini-PC heute die überlegene Alternative zum klassischen Raspberry Pi dar.
Wenn du dich also für ein neues Retro‑Setup entscheidest, lohnt sich ein Blick auf den Gebraucht‑Markt für Mini‑PCs – du bekommst mehr Power und ein Gerät, das weit über das reine Gaming hinaus nützlich ist.
Viel Spaß beim Zocken!